Businessplan für
Steuerberater erstellen
Wer eine Steuerberatungskanzlei gründet, braucht trotz hoher Fachkompetenz einen klaren Businessplan für Banken und Partner, der Positionierung, Honorare und Wachstum aufzeigt. In einem vom Fachkräftemangel und der Digitalisierung geprägten Markt prüfen Kreditgeber wie die KfW besonders, wie sich Neugründungen von den rund 53.000 bestehenden Kanzleien abheben.
Die Steuerberatungsbranche ist einer der größten freiberuflichen Märkte Deutschlands, mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung und beschleunigtem Strukturwandel. Für Ihren Businessplan sind folgende Eckdaten relevant:
Branchenüberblick
& Trends 2025/2026Der deutsche Steuerberatungsmarkt umfasst bei 20 Milliarden Euro Marktvolumen rund 53.000 Kanzleien, wovon der Großteil als kleine Einzelpraxis geführt wird. Trotz starker Marktkonzentration und massivem Fachkräftemangel bieten sich für spezialisierte und digital ausgerichtete Neugründungen hervorragende Marktchancen.
Aktuelle Branchentrends und ihre Bedeutung für den Businessplan:
KI und Automatisierung verändern das Leistungsspektrum: Über 60 Prozent der Kanzleien setzen KI zumindest in Teilbereichen ein, bei Recherchetätigkeiten sogar über 80 Prozent. Im Businessplan sollten Sie darstellen, welche Tools Sie einsetzen und wie Sie frei werdende Kapazitäten in Richtung beratungsintensiverer Mandate lenken. Quelle: haufe.de, 2025
E-Rechnung als Pflicht und Geschäftsmöglichkeit: Seit dem 1. Januar 2025 ist der Empfang elektronischer Rechnungen für B2B-Umsätze verbindlich vorgeschrieben. Das erzeugt erheblichen Beratungsbedarf bei tausenden Mandanten, die ihre Prozesse umstellen müssen. Quelle: datev.de, 2025
Kanzleinachfolge als Einstiegschance: Mehr als die Hälfte der aktiven Steuerberater ist über 50 Jahre alt. In den nächsten zehn Jahren stehen tausende Kanzleien zur Übergabe. Im Businessplan für eine Kanzleiübernahme sind die Bewertung des Kaufpreises und die Mandantenhalteprognose zentrale Elemente.
Kapitel für Kapitel
Executive Summary
Die Executive Summary ist das erste Kapitel Ihres Businessplans und der Abschnitt, den Bankberater und Finanzierungspartner besonders sorgfältig lesen. Sie muss auf maximal einer Seite zeigen, was Ihre Kanzlei besonders macht, welche Mandanten Sie ansprechen, welche Einnahmen Sie in den ersten drei Jahren erwarten und welchen Kapitalbedarf Sie haben. Schreiben Sie diesen Abschnitt nach Fertigstellung aller anderen Kapitel.
- Name, Standort und geplantes Gründungsdatum der Kanzlei
- Kanzleiprofil: Einzelkanzlei, Sozietät oder Berufsausübungsgesellschaft
- Positionierungssatz: Für welche Mandantengruppe bieten Sie welche Leistungen an?
- Geplanter Umsatz im ersten, zweiten und dritten Jahr
- Gesamter Kapitalbedarf, Eigenkapitalanteil und gewünschter Kreditbetrag
- Zulassungsstatus: bestellt als Steuerberater, mit Angabe der zuständigen Kammer
💡 Hinweis: Bankberater prüfen bei freiberuflichen Gründungen besonders kritisch, ob die Umsatzplanung realistisch auf nachweisbarem Mandantenpotenzial aufbaut. Belegen Sie jede Umsatzannahme mit einer konkreten Anzahl von Mandaten und einem kalkulierten Stundensatz.
Konzept, Angebot & Prozesse
Das Leistungsangebot einer Steuerberaterkanzlei ist im Grundsatz durch das Steuerberatungsgesetz definiert. Der entscheidende Wettbewerbsfaktor ist nicht nur das Was, sondern vor allem das Wie und das Für wen. Kanzleien, die in einer klaren Nische arbeiten, erzielen höhere Stundensätze, geringere Akquisitionskosten durch Weiterempfehlungen und eine bessere Auslastung als Generalisten.
- Kernangebot: Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen
- Beratungsleistungen: Steuergestaltung, Unternehmensberatung, Existenzgründungsberatung, Erbschaftsteuer und Immobilienbesteuerung
- Zielgruppenspezialisierung: Freiberufler, Heilberufe, E-Commerce, Start-ups, Immobilienwirtschaft oder internationales Steuerrecht
- Honorarmodell: Abrechnung nach StBVV, Zeithonorar, Pauschalhonorare oder Hybridmodelle mit monatlichen Retainern
- Digitaler Workflow: Belegerkennung (DATEV Unternehmen online, sevDesk oder lexoffice) und cloudbasierter Datenaustausch mit Mandanten
- Mandantenkommunikation: Reaktionszeiten, Portalzugang, digitale Akte und Mandantenportal
- USP der Kanzlei: Was können oder machen Sie besser als die drei nächsten Wettbewerber?
Marketing, Vertrieb & Recruiting
Steuerberater unterliegen berufsrechtlichen Werbebeschränkungen nach § 57a StBerG: Werbung ist erlaubt, solange sie über sachliche Informationen nicht hinausgeht und keine vergleichende Werbung enthält. Innerhalb dieses Rahmens gibt es heute mehr legale und wirksame Wege zur Mandantengewinnung als je zuvor.
- Website mit SEO-Fokus: Kanzleiwebsite, die bei relevanten Suchanfragen auffindbar ist, zum Beispiel „Steuerberater für Heilberufe Hamburg“
- Google-Unternehmensprofil: vollständig gepflegtes Profil mit Öffnungszeiten, Spezialgebieten und Bewertungen
- Content-Marketing: Fachartikel, Newsletter und Webinare für Mandanten und Interessenten, auch als Reputationsaufbau
- Netzwerkarbeit: IHK-Veranstaltungen, Berufsverbände und lokale Unternehmerveranstaltungen
- Kooperationen: Rechtsanwälte, Notare und Unternehmensberater als Empfehlungsgeber
- Personalgewinnung: Stellenausschreibungen auf Branchenportalen (DATEV-Karriere oder steuerberater-jobs.de), Kooperationen mit Berufsschulen und flexible Arbeitsmodelle
- Arbeitgebermarke: Homeoffice, Zeiterfassung und digitale Kanzleikultur als Differenzierungsmerkmale im Wettbewerb um Fachkräfte
Abrechnung, Zahlungsziele & Cash-Cycle
Die Honorarstruktur einer Steuerberaterkanzlei unterscheidet sich grundlegend von klassischen Produktunternehmen. Einnahmen entstehen durch erbrachte Stunden und abgerechnete Mandate, oft mit Zahlungszielen von 14 bis 30 Tagen nach Rechnungsstellung. Gleichzeitig entstehen laufende Kosten täglich.
- Abrechnungsmodell: monatliche Vorauszahlungen, Retainer, Abrechnung nach StBVV oder Zeithonorar je nach Mandatstyp
- Zahlungsziele: Standardfrist von 14 bis 30 Tagen; frühzeitige Zahlungsvereinbarungen schaffen Planungssicherheit
- Liquiditätsspitzen: Lohnbuchhaltungsmandate mit monatlichen Abrechnungen sorgen für regelmäßigen Cashflow; Jahresabschlusshonorare konzentrieren sich häufig auf Herbst und Winter
- Mahnwesen: klare Mahnprozesse ab dem ersten Überfälligkeitstag; keine unbegrenzte Kulanz bei Honorarrückständen
- Umsatzsteuer: Steuerberatungsleistungen sind umsatzsteuerpflichtig mit 19 Prozent; monatliche oder quartalsweise Voranmeldung je nach Umsatz
- Betriebsmittelkreditlinie: Kontokorrentlinie als Reserve für unerwartete Honorarausfälle oder Zahlungsverzögerungen
- Privatentnahme: als festen monatlichen Posten im Liquiditätsplan ausweisen, nicht als Residualgröße behandeln
Gründerprofil & Organisation
Im Steuerberatungsberuf sind die Zulassungsvoraussetzungen gesetzlich geregelt und unverzichtbar. Ohne bestandene Steuerberaterprüfung und Bestellung durch die zuständige Steuerberaterkammer ist keine eigenverantwortliche steuerberatende Tätigkeit möglich. Quelle: taxtify.de, 2026. Das Gründerprofil muss diese Voraussetzungen vollständig abbilden und gleichzeitig das unternehmerische Profil schärfen.
- Studienabschluss und Fachrichtung, etwa Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften
- Praktische Berufserfahrung: Jahre, Kanzleityp, Mandantensegment und Tätigkeitsschwerpunkte
- Bestellung als Steuerberater: Kammer und Jahr der Bestellung
- Besondere Qualifikationen: Fachberatertitel (DStV oder DStI), Spezialisierungen und Zusatzausbildungen
- Wahl der Rechtsform: Einzelkanzlei für Sologründungen, Partnerschaft mbB oder GmbH bei Zusammenschlüssen oder Haftungsbeschränkung
- Geplante Kanzleistruktur: Anzahl der Mitarbeitenden, Qualifikationsprofil, Vollzeit- oder Teilzeitmodell
- Langfristige Perspektive: Wachstumsziel, mögliche Sozietätserweiterung oder Kanzleiübernahme
💡 Hinweis: Wenn Sie aus einer bestehenden Kanzlei ausscheiden und Mandate mitnehmen möchten, prüfen Sie Ihren Arbeitsvertrag auf Mandantenschutzklauseln. Diese sind im freiberuflichen Bereich zwar nur eingeschränkt durchsetzbar, können aber zu Rechtsstreitigkeiten führen.
Markt, Standort & Wettbewerb
Steuerberaterkanzleien sind heute weniger standortgebunden als noch vor zehn Jahren. Digitale Mandantenbetreuung ermöglicht eine bundesweite Klientel. Dennoch ist der lokale Markt besonders in der Gründungsphase relevant: Die ersten Mandate kommen häufig aus dem persönlichen Netzwerk und der lokalen Geschäftsgemeinschaft.
- Regionaler Markt: Wirtschaftsstruktur des Standorts, Unternehmensbesatz, Kaufkraft und Existenzgründungsquote
- Wettbewerbsanalyse: Anzahl der Kanzleien im Umkreis von 5 bis 10 Kilometern, deren Positionierung und Spezialisierungsgrad
- Digitaler Zielmarkt: Online-Mandanten, bundesweite Zielgruppe (E-Commerce-Händler, digitale Nomaden oder Freiberufler)
- Marktlücken: Wo gibt es unterversorgte Mandantengruppen, die bisher keine passende Kanzlei finden?
- Wettbewerbsposition der Gründerin oder des Gründers: Netzwerk, Reputation und Nischenkompetenz
- Standortfaktoren: Erreichbarkeit, Repräsentativität der Räumlichkeiten, Parkmöglichkeiten und Homeoffice-Modell
Projekt- & Ressourcenplanung
Die Gründung einer Steuerkanzlei ist hinsichtlich der Infrastruktur vergleichsweise unkompliziert, muss aber dennoch gut geplant werden. Von der Kanzleianmeldung bis zum ersten vollständig betreuten Mandanten dauert es häufig zwei bis vier Monate. In dieser Phase fallen Kosten an, ohne dass Honorare fließen.
- Zeitstrahl: Bestellung als Steuerberater, Kammereintritt, Kanzleianmeldung, Infrastrukturaufbau und Erstkontaktaufnahme mit Mandanten
- Büroräume: eigene Räumlichkeiten, Coworking oder Homeoffice, mit Angaben zu Quadratmetern, Mietkosten und Lage
- IT-Infrastruktur: DATEV-Lizenz, Grundpaket Kanzlei, Hardware, Firewall, Cloud-Backup und Dokumentenmanagement
- Softwarestack: Kanzleiverwaltungssoftware (DATEV, Addison oder STOTAX), Zeiterfassungstool und Kommunikationsplattform
- Datenschutz-Infrastruktur: Datenschutzkonzept, Auftragsverarbeitungsverträge und sichere Mandantenkommunikation
- Erstausstattung: Büromöbel, Schredder, Briefausstattung, Briefbogen und Kanzleistempel
- Versicherungen: Berufshaftpflicht (gesetzlich vorgeschrieben), Betriebsunterbrechungsversicherung und Cyberversicherung
💡 Hinweis: Die Berufshaftpflichtversicherung für Steuerberater ist gemäß § 67 StBerG gesetzlich vorgeschrieben und muss vor Aufnahme der Berufstätigkeit bestehen. Die Mindestversicherungssumme beträgt 250.000 Euro je Versicherungsfall. Schließen Sie sie frühzeitig ab und berücksichtigen Sie die laufenden Kosten im Finanzplan.
Finanzplan (3-5 Jahre)
Der Finanzplan einer Steuerberaterkanzlei muss zeigen, wie viele Mandate Sie benötigen, welche Honorare Sie je Mandat erzielen und wann Sie Ihre Fixkostenbasis decken. Banken erwarten hier Zahlen, die auf nachvollziehbaren Annahmen beruhen.
- Kapazitätsplanung: abrechenbare Stunden je Jahr, typischerweise 1.000 bis 1.600 produktive Stunden je Vollzeitkraft nach Abzug von Verwaltung, Fortbildung und Akquise
- Honorarplanung: Stundensatz je Leistungsbereich; Durchschnittsumsatz je Mandant differenziert nach Mandatstyp (Lohnbuchhaltung, Finanzbuchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärung oder Beratung)
- Mandatsentwicklung: Anzahl der Mandate zum Start, Wachstumsziel je Quartal und realistischer Zeithorizont bis zur Vollauslastung
- Umsatzplanung: aus Mandatszahl mal Durchschnittsumsatz je Mandant, für Jahr 1, 3 und 5
- Kostenplan: Miete, DATEV-Lizenzkosten, Personalkosten, Berufshaftpflicht, Fortbildung, Marketing, IT und Kommunikation
- Liquiditätsplan: monatliche Ein- und Ausgaben für die ersten 18 Monate, inklusive Anlaufphase mit reduziertem Honorareingang
- Break-even-Analyse: Wie viele Mandate bzw. abrechenbare Stunden brauchen Sie, um Ihre Fixkosten zu decken?
- Investitionsplan: Einmalinvestitionen (IT, Büroeinrichtung, Gründungskosten) und laufende Kosten klar trennen
Eine Einzelkanzlei mit einem Steuerberater und einer Vollzeitkraft benötigt typischerweise 80 bis 120 Mandate mit einem Jahresumsatz von 150.000 bis 250.000 Euro, um tragfähig zu wirtschaften.
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SWOT für die Steuerberaterkanzlei
Kurz, ehrlich, handlungsleitend.
- Regulierter Beruf mit klaren Eintrittsbarrieren schützt vor unkontrollierter Konkurrenz durch Fachfremde
- Bestellung als Steuerberater mit nachgewiesener Qualifikation schafft unmittelbares Vertrauen bei Mandanten
- Klare Nischenspezialisierung ermöglicht höhere Stundensätze und gezielte Mandantenakquise
- Anlaufphase ohne Mandatsbasis; Liquiditätsrisiko in den ersten sechs bis zwölf Monaten
- Abhängigkeit vom Kanzleigründer als Hauptleistungsträger bei Erkrankung oder Ausfall
- Begrenzte Kapazität in der Gründungsphase ohne Mitarbeitende schränkt Wachstum kurzfristig ein
- Nachfolgebedarf bei vielen älteren Steuerberatern schafft Übergabemöglichkeiten mit Mandantenstamm
- E-Rechnungspflicht seit 2025 erzeugt erheblichen Beratungsbedarf bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen
- KI und Automatisierung entlasten repetitive Aufgaben und schaffen Kapazität für margenstarke Beratungsleistungen
- Fachkräftemangel erschwert es, qualifizierte Steuerfachangestellte zu finden und zu halten
- Technologischer Wandel durch KI kann mittelfristig das Honorarpotenzial in der einfachen Buchführung verringern
- Private-Equity-Wettbewerber mit standardisierten, günstigeren Angeboten im Massensegment
Förderungen, Zuschüsse
& Finanzierung
Typische Fördermöglichkeiten
Für Existenzgründer und Freiberufler in den ersten fünf Jahren der Selbstständigkeit: Kredite bis 125.000 Euro zu günstigen Konditionen, mit einer Haftungsfreistellung der Hausbank von 80 Prozent. Ideal für Kanzleigründungen mit Büroausstattung, IT-Erstinvestition und Betriebsmittelreserve. Antrag über die Hausbank. Ein tragfähiger Businessplan ist Voraussetzung.
Für Gründer, die vor der Kanzleigründung ALG I bezogen haben und noch mindestens 150 Tage Anspruch besitzen. Phase 1: bisheriges ALG-I-Niveau plus 300 Euro monatlich für sechs Monate. Die IHK oder eine Steuerberaterkammer kann die erforderliche Stellungnahme zur Tragfähigkeit des Vorhabens ausstellen.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst Beratungsleistungen für Gründer und junge Unternehmen mit bis zu 3.500 Euro. Wer Businessplan und erste Kanzleiprozesse professionell begleiten lässt, kann diese Kosten erheblich reduzieren. Antrag beim BAFA.
Wenn die Hausbank den Kredit wegen fehlender Sicherheiten ablehnt, können Bürgschaftsbanken bis zu 80 Prozent des Kreditbetrags absichern. Bei freiberuflichen Gründungen ohne Immobiliensicherheiten ist das häufig das entscheidende Instrument, um Bankkredite zu ermöglichen. Antrag direkt oder über die Hausbank.
Für Kanzleigründungen mit kleinem Kapitalbedarf: Kleinkredite bis 25.000 Euro. Besonders geeignet, wenn die Gründung schrittweise und mit schlanker Infrastruktur beginnt. Beantragung über zugelassene Mikrofinanzinstitute.
Digitale Rahmenbedingungen
Für eine Steuerkanzlei ist die digitale Infrastruktur kein optionaler Effizienzgewinn, sondern eine Geschäftsgrundlage. Die folgenden Werkzeuge und Anforderungen müssen im Businessplan und Finanzplan konkret berücksichtigt werden.
DATEV als Kanzleibasisinfrastruktur: DATEV ist die dominierende Softwareplattform für Steuerberaterkanzleien in Deutschland. Die Lizenzkosten beginnen für Neugründer mit dem Grundpaket DATEV Kanzlei-Rechnungswesen und skalieren mit dem Leistungsumfang. DATEV bietet darüber hinaus das Mandantenportal Unternehmen online und den Zugang zur Rechtsdatenbank DATEV LEXinform. Planen Sie DATEV-Lizenzkosten als festen monatlichen Betriebsposten ein.
E-Rechnung und digitale Belegverarbeitung: Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen elektronische Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Für Steuerkanzleien bedeutet das: Eingehende Mandantenbelege müssen prozessual auf E-Rechnungsformate wie XRechnung und ZUGFeRD ausgerichtet sein. Kanzleien, die ihren Mandanten bei der Umstellung helfen, erschließen damit kurzfristig ein erhebliches Beratungsvolumen.
Kanzleiverwaltungssoftware und Zeiterfassung: Neben DATEV nutzen moderne Kanzleien Spezialsoftware für Aufgabenverwaltung, Zeiterfassung, Rechnungsstellung und Mandantenkommunikation (TaxDome, Canei oder ADDISON OneClick). Zeiterfassung ist nicht nur ein Honorarinstrument, sondern ein Steuerungswerkzeug: Nur wer weiß, wie viel Zeit welches Mandat kostet, kann sein Honorarmodell dauerhaft profitabel gestalten.
IT-Sicherheit und Datenschutz: Steuerkanzleien verarbeiten hochsensible Daten. Die DSGVO und das berufsrechtliche Verschwiegenheitsgebot nach § 57 StBerG verlangen ein robustes Datenschutzkonzept: verschlüsselte Datenübertragung, sichere Cloud-Lösungen und Auftragsverarbeitungsverträge mit allen IT-Dienstleistern. Planen Sie eine IT-Sicherheitsberatung als Teil der Gründungsvorbereitung ein.
KI-Werkzeuge für Recherche und Erstellung: Über 80 Prozent der deutschen Kanzleien nutzen KI-Tools bereits für steuerrechtliche Recherchen. KI-gestützte Tools können die Bearbeitungszeit bei Routineaufgaben erheblich senken, wenn sie korrekt in den Workflow integriert werden. Die berufsrechtliche Verantwortung bleibt jedoch stets beim Steuerberater.
Rechtliche & formale
Voraussetzungen (must-have)
Für die Gründung einer Steuerberaterkanzlei gelten strenge berufsrechtliche Voraussetzungen. Die folgenden Punkte müssen vor Aufnahme der Berufstätigkeit vollständig erfüllt sein.
Bestellung als Steuerberater & Wahl der Berufsausübungsform:
Die Zulassung zur Steuerberaterprüfung und die anschließende Bestellung durch die zuständige Steuerberaterkammer sind die unabdingbaren Voraussetzungen für die Kanzleigründung. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Hochschulstudium mit zweijähriger Praxis oder eine gleichwertige Ausbildung mit längerer Praxiszeit. Die Steuerberaterprüfung findet jährlich statt und kann zweimal wiederholt werden. Quelle: stbk-berlin.de. Steuerberater können als Einzelkanzlei, GbR, Partnerschaftsgesellschaft (PartG), PartG mbB oder als Steuerberatungsgesellschaft (GmbH oder AG) tätig werden. Die PartG mbB ist für Sozietäten besonders attraktiv, da sie die persönliche Haftung auf Fehler der eigenen Bearbeitung beschränkt. Quelle: taxtify.de, 2026
Berufshaftpflicht, Verschwiegenheit & Werbebeschränkungen:
Gemäß § 67 StBerG ist jede Steuerberaterin und jeder Steuerberater verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 250.000 Euro je Versicherungsfall zu unterhalten. Ohne Nachweis ist die Bestellung nicht möglich. Die berufliche Verschwiegenheitspflicht nach § 57 StBerG verpflichtet zur Wahrung aller im Rahmen der Mandatsbetreuung bekannt gewordenen Tatsachen und schlägt sich in IT-Infrastruktur, Personalführung und Auftragsverarbeitungsverträgen nieder. Steuerberater dürfen werben, sofern die Werbung über sachliche Information nicht hinausgeht und keine vergleichende oder irreführende Werbung enthält. Erlaubt sind Website, Fachartikel, Seminare, Bewertungsportale und Social Media mit sachlichem Inhalt (§ 57a StBerG).
Meldepflichten, steuerliche Einordnung & Fortbildungspflicht:
Mit der Aufnahme der kanzleimäßigen Tätigkeit sind Kanzleisitz, Berufsausübungsform und etwaige Gesellschafter der zuständigen Steuerberaterkammer zu melden. Steuerberater erzielen Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit nach § 18 EStG – für die originäre Beratungstätigkeit besteht keine Gewerbesteuerpflicht, und die Gewinnermittlung durch EÜR ist möglich. Sobald gewerbliche Tätigkeiten hinzutreten, kann eine Infizierung der Einkünfte drohen. Steuerberater sind nach § 15 der Berufsordnung zur beruflichen Fortbildung verpflichtet. Planen Sie mindestens zehn Fortbildungstage pro Jahr als nicht abrechenbare Zeit und als Kostenposition für Seminare und Fachliteratur ein.
Mit diesen klaren berufsrechtlichen Rahmenbedingungen schaffen Sie eine solide Grundlage für Ihre Kanzleigründung. Gut vorbereitet umgesetzt, sind sie nicht nur rechtliche Pflicht, sondern auch ein Qualitätssignal gegenüber Mandanten und Kreditgebern.
Businessplan-Muster & Checkliste
Muster-Businessplan
Steuerberater
Häufige Fehler & wie
Sie sie vermeiden
Viele Businesspläne nennen Mandantenzahlen, die auf reinem Optimismus beruhen, ohne zu zeigen, woher die ersten Mandate tatsächlich kommen sollen.
👉 Tipp: Benennen Sie konkret, wie viele Mandate aus Ihrem persönlichen Netzwerk zu erwarten sind, wie viele durch Online-Sichtbarkeit und wie viele durch Empfehlungen. Führen Sie vor der Gründung Gespräche mit potenziellen Mandanten und dokumentieren Sie das Ergebnis.
Neue Kanzleien brauchen häufig länger als geplant, um Vollauslastung zu erreichen. Wer nur drei Monate Reserve einplant, gerät unter Druck, bevor die Kanzlei stabil läuft.
👉 Tipp: Planen Sie eine Liquiditätsreserve für mindestens sechs bis neun Monate ohne Vollauslastung. Berücksichtigen Sie dabei alle Fixkosten: Miete, Softwarelizenzen, Versicherungen und Privatentnahme.
Die gesetzlich vorgeschriebene Berufshaftpflichtversicherung wird in vielen Businessplänen vergessen oder zu niedrig angesetzt.
👉 Tipp: Holen Sie vor Fertigstellung des Businessplans ein konkretes Angebot ein und tragen Sie die tatsächliche Jahresprämie in den Kostenplan ein.
Pauschal „nach StBVV abrechnen" ist kein Honorarkonzept. Die StBVV lässt erhebliche Spielräume nach oben und unten. Entscheidend ist, wie Sie Ihre Leistungen gegenüber Mandanten positionieren.
👉 Tipp: Entwickeln Sie ein klares Honorarkonzept: Welche Leistungen werden nach StBVV abgerechnet, welche pauschal, welche im Retainer? Stellen Sie sicher, dass Ihr durchschnittlicher Stundensatz Ihre Fixkosten und eine angemessene Vergütung abdeckt.
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01
Erstgespräch & Zielerklärung
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02
Positionierung & Leistungsportfolio
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03
Finanzplanung & Förderstrategie
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Häufige Fragen
Was sind die Voraussetzungen für die Gründung einer Steuerberaterkanzlei?
Voraussetzung ist die Bestellung als Steuerberater durch die zuständige Steuerberaterkammer. Dafür müssen Sie entweder ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Hochschulstudium mit anschließend zweijähriger Berufspraxis oder, ohne Studium, eine vergleichbare Ausbildung mit mehrjähriger Praxiszeit nachweisen und die Steuerberaterprüfung bestehen. Diese findet jährlich statt. Ohne diese Bestellung ist die eigenverantwortliche steuerberatende Tätigkeit und damit die Kanzleigründung rechtlich nicht möglich.
Wie viele Mandate brauche ich, um als Steuerberater rentabel zu arbeiten?
Das hängt entscheidend von Ihrer Honorarstruktur und Ihren Fixkosten ab. Als grobe Orientierung für eine Einzelkanzlei mit einer Teilzeitkraft gelten 80 bis 120 Mandate mit einem durchschnittlichen Jahreshonorar von 1.500 bis 2.500 Euro je Mandat. Das ergibt einen Umsatz von 120.000 bis 300.000 Euro. Entscheidend ist nicht die Mandatszahl allein, sondern der Deckungsbeitrag je Mandat. Kleinstmandate mit sehr geringem Honorar belasten die Kanzlei überproportional, wenn der Zeitaufwand nicht dazu passt.
Welche Förderung gibt es für die Gründung einer Steuerberaterkanzlei?
Die wichtigsten Instrumente sind der KfW-Gründerkredit ERP StartGeld für die Investitionsfinanzierung, der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit als Einkommenssicherung in der Anlaufphase (sofern Sie zuvor ALG I bezogen haben) und die BAFA-Unternehmensberatungsförderung für professionelle Gründungsbegleitung. Bei fehlenden Sicherheiten können Bürgschaftsbanken den Kredit absichern. Die regionalen Steuerberaterkammern bieten zudem Beratung zu spezifischen Förderprogrammen der Bundesländer an.
Lohnt sich eine Kanzleiübernahme mehr als eine Neugründung?
Häufig ja, besonders für Gründer, die schnell auf eine stabile Mandatsbasis kommen wollen. Eine Kanzleiübernahme bietet sofortige Einnahmen, eingespielte Mitarbeitende und einen vorhandenen Ruf am Markt. Allerdings muss der Kaufpreis kritisch geprüft werden: Marktüblich sind Multiples von 0,8 bis 1,2 des Jahresnettoumsatzes für etablierte Kanzleien mit stabiler Mandantenstruktur. Entscheidend ist die Mandantenbindung nach der Übernahme, denn nicht jeder Mandant folgt automatisch dem neuen Kanzleileiter.
Was kostet die Gründung einer Steuerberaterkanzlei?
Der Kapitalbedarf für eine Neugründung ist vergleichsweise überschaubar. Zwischen 15.000 und 60.000 Euro sind realistisch für eine schlanke Einzelkanzlei mit Homeoffice-Option. Die größten Posten sind IT-Erstausstattung und DATEV-Lizenz, Büroausstattung, gegebenenfalls Büromiete sowie Betriebsmittelreserve für die Anlaufphase. Wer in ein Büro einzieht und von Anfang an mit Mitarbeitenden plant, kommt schnell auf höhere Beträge.
REVIEWS & TESTIMONIALS
Was unsere Kunden sagen
über unsere Dienstleistungen
Auszug: Beratungs- und
Businessplan-Projekte
100.000,- €
Investoren-Kapital
GEWONNEN
Investor: Ralf Dümmel
„BusinessplanDeutschland hat uns mit einem professionellen, überzeugenden Businessplan unterstützt, der unsere Vision klar kommuniziert hat. Dank ihrer Expertise haben wir erfolgreich bei „Die Höhle der Löwen“ einen Deal erhalten. Die Zusammenarbeit war entscheidend für unseren Erfolg – absolut empfehlenswert!“
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Die Entscheidung, mit ihnen zusammenzuarbeiten, war absolut richtig! Bereits von Anfang an beeindruckte uns das Team mit seiner strukturierten und kreativen Herangehensweise. Unsere Idee, mit dem praktischen Topfdeckelhalter namens „topfi“ den Markt zu durchdringen, wurde von ihnen mit größtem Engagement unterstützt.
Die Ausgangslage, die in einem Urlaub bei einem Buffet entstanden war, wurde von den Experten der BPD sofort verstanden und mit professionellem Feingefühl in einen überzeugenden Businessplan integriert.“
„Unser Ziel war es, Investoren von der Einzigartigkeit und dem weltweiten Potenzial unserer Erfindung zu überzeugen und ausreichend Kapital zu erhalten um die Erfindung umzusetzen.“
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Medien über uns
Schnellster Deal in der Geschichte der VOX-Sendung
„Die Höhle der Löwen“ dank BusinessplanDeutschland
BusinessplanDeutschland erstellt Businessplan + Pitchdeck,
Kunde gewinnt Deal mit Höhle der Löwen – Investor Ralf Dümmel. Erschienen am 04.09.2024 in folgenden Medien:
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„Die Höhle der Löwen“ dank BusinessplanDeutschalnd
BusinessplanDeutschland erstellt Businessplan + Pitchdeck, Kunde gewinnt deal mit Höhle der Löwen – Investor Ralf Dümmel. Erschienen am 04.09.2024 in folgenden Medien: